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alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, sondern auch nach dem langen Winter die Arbeit zur  Verschönerung unseres Umfeldes ,  die Gartenarbeit.
Da möchte ich daran erinnern, daß wir kleine nachtaktive Kobolde in unserer Nähe haben , die Igel.
 
Alljährlich kommen so viele grauenvoll verletzte Igel in die Station, teils mit offenen Knochenbrücke oder stark vereiterten, von Maden besiedelten Wunden. Nicht immer kann ich helfen, häufig muß der Tierarzt so ein Tier erlösen. Wie viele mögen nicht gefunden oder beachtet werden.
 
Ein wenig mehr Aufmerksamkeit beim Mähen, bes. mit Rasentrimmern, Vorsicht beim Umsetzen des Komposthaufens würde schon viele Verletzungen verhindern. Der Verzicht von Giften im Garten schont Igelleben.
 
Eine Ausstiegshilfe in Teichen mit steil abfallenden Rändern kann Leben retten. Wenn wir beim Blumeneinkauf schon mal darauf achten, daß es Pflanzen sind, die der heimischen Insektenwelt  Nahrung und Kinderstube bieten, wäre nicht mur den Insekten geholfen. Von allen großen Naturschutzverbänden wird der bedrohliche Insektenrückgang beklagt und dabei wird zunächst an die Vögel gedacht, aber auch Igel und Spitzmäuse sind Insektenfresser und vom Mangel an Nahrungsvielfalt betroffen.
 
Es ist modern geworden, Gabionen (Steinmauern in Metallkäfigen) zu errichten. Sie sind biologisch wertlos.
Ebenso die so sauberen mit Steinen ausgelegten Vorgärten mit den nett bepflanzten Blumenschalen.

Wir alle können dazu beitragen, daß es nicht noch mehr zu einem Artenrückgang kommt und die kleinen  vorwiegend nachtaktiven Kobolde  wie Igel in unserem Umfeld erhalten bleiben. Dazu gehört bes. auch in Ortsrandlage und durchgrüntem Stadtrandgebiet eine angepaßte Fahrweise mit unseren Fahrzeugen.
So viele getötete Igel auf den Straßen darf es nicht geben. Wenn z. B. ein Igelweibchen überfahren wird, kann es zur Folge haben, daß 5-7 Junge im Nest, wenn sie nicht gefunden und von Hand aufgezogen werden, verhungern.
Und niemand kann seine Babys besser aufziehen wie die arteigene Mama.
 
Komisch – Igel sind Sympathieträger und dennoch so unbekannte Wesen, daß wir sie in unsere Überlegungen bei der Gartenarbeit viel zu wenig einbeziehen. Darum müssen so viele kleine Tiere so schwer leiden. Warum nur?
Nein, in diesem Jahr soll für sie alles viel besser werden, nicht wahr?
 
Karin Oehl
Igelstation seit 40 Jahren
Geyener Berg 4
50259 Pulheim
Tel. 02238 6021

Wir danken Frau Oehl für die Bereitstellung des Textes. Wir können uns den Worten von Frau Oehl nur anschließen, auch im Tierheim Wannigsmühle finden zahlreiche, verletzte kleine Stachelritter eine vorrübergehende Unterkunft. Traurigerweise können auch wir in vielen Fällen nur erlösen und nicht heilen.

Letzte Änderung 12.04.2018, 18:22:10 Uhr